Kundenorientierung. Nutzerorientierung. Werte schaffen.
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Interkulturell - Fremd besser verstehen.

Quelle: Statista, WTO in Mrd. $

Mit 1.339,65 Milliarden US Dollar liegt Deutschland hinter China und den USA auf Platz 3 der Exportstatistik in 2016. Das erzeugt viele Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen im geschäftlichen und privaten Umfeld, direkt oder virtuell. Jeder begibt sich über den gewohnten Sozialkreis und die Selbstverständlichkeiten hinaus in anderes, unbekanntes Terrain.

 

Kulturelle Merkmale

Kommunikationsschwierigkeiten passieren vielfach durch unterschiedliche kulturelle Merkmale.

 

Gerhard Maletzke fasste sie in der Publikation seiner Forschungsergebnisse ‚Interkulturelle Kommunikation‘ von 1996 in neun Bereiche zusammen: Nationalcharakter und Basispersönlichkeit, Zeiterleben, Wahrnehmung, Raumerleben, Denken, Sprache, nichtverbale Kommunikation, Wertorientierungen, Verhaltensmuster (Sitten, Normen, Rollen), soziale Gruppierungen und Beziehungen.

 

Diese Merkmale sind miteinander verbunden und ergeben ein komplexes Geflecht. Deshalb finde ich es wichtig, sich über seine eigenen kulturellen Merkmale bewusst zu sein. Das ist der erste Schritt, um im Umgang mit anderen Kulturen weniger der Pauschalität zu erliegen und es erleichtert uns den Zugang zu Menschen.

 

Interkulturelles Wissen notwendig?

Sicher, durch die stetige internationale Zusammenarbeit sind mehr Menschen an den länderübergreifenden Umgang gewöhnt. Das führt zu einer stärkeren Öffnung, sich mehr auf die Kultur des anderen Landes einzulassen. Insofern ist das Verständnis international untereinander gestiegen.

 

Trotzdem, spannend wird es im direkten Kontakt. Die Vorstellung von Zeit ist beispielsweise ein häufiger Reibungspunkt. Oder wie stark selbstständiges arbeiten erwartet werden kann. Es gibt das berühmte Nicken für ein ‚Ja‘ ohne dass etwas passiert. Oder das Verständnis von Respekt wird unterschiedlich interpretiert und Nähe unterschiedlich gelebt.

 

Auf richtig oder falsch zu bestehen, wird manches graue Haar erzeugen und sich sogar monetär auswirken. 

 

High Kontext vs Low Kontext

Der Anthropologe Edward T. Hall war der Erste, der kulturelle Schlüsselfaktoren  entdeckte. Er beschrieb den Faktor Kontext. Ich gehe gerne darauf ein, weil wir Deutsche uns in der Regel im High Kontext schwer tun. High Kontext bedeutet zum Beispiel, dass Zeit offen und flexibel ist. Der Prozess ist wichtiger als das Produkt. Das äußert sich bei Abgabeterminen oder Treffen. Es gibt viel nonverbale Kommunikation über Gestik, mehr Berührung oder Mimik. Und es gibt eine starke Unterscheidung zwischen der Zugehörigkeit. In der Gruppe oder außerhalb der Gruppe. Die Verpflichtung zur Beziehung ist höher, als die Aufgabe. 

 

Wir Deutsche haben eine hohe Low Kontext Prägung und lieben es, klar zu sprechen.  Und sind berühmt für unsere Direktheit und Detailtreue. Unangenehmes wird klar geäußert, ins Kleinste diskutiert und Verbesserungen direkt angesprochen. Die Sachlichkeit und das bessere Ergebnis gehen vor.

 

Menschen aus einer High-Kontext-Kultur scheuen das direkte ‚zur-Sprache-bringen‘ oder Kritik, weil andere verletzt werden oder ‚das Gesicht verlieren‘ könnten. Unangenehmes wird in abschwächenden Worten vermittelt wie ein Spanier nach seinem IT-Softwaretest, der Verbesserungsbedarf hervorbrachte, beschrieb: „der IT Prozess könnte eleganter sein“. Für Deutsche hört sich das keinesfalls nach einem wirklichen Verbesserungsbedarf an. Häufig fordert es von Deutschen die Geduld, sich in den High Kontext Talk oder auch Small Talk hineinzubegeben.

 

Ist das alles nur einseitig?

Nein, nur einer macht den ersten Schritt. Kultur ist verbunden mit der Landesgeschichte, der geographischen Lage, der Gesetze, dem gesellschaftlichen Rahmen und den Errungenschaften für Frauen. Zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen spüren wir selbst, dass Kultur auf mehreren Ebenen stattfindet und sich weiterentwickelt.

 

Obgleich ich selbst lange international arbeitete, brachte mir meine Interkulturelle Business Trainer und Moderatoren Ausbildung in 2014 mehr Klarheit über meine typischen Verhaltensweisen. Für mich geht es im Umgang mit anderen um Achtsamkeit, Anerkennung und Akzeptanz im respektvollen Umgang miteinander.

 

Mit einer guten Portion Humor, Gelassenheit und sich dabei selbst nicht so ernst nehmen lassen sich Missverständnisse abschwächen.

 

Dies und meine eigenen internationalen Erfahrungen fließen in meine Arbeit ein.

 

15. November 2017

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